WordPress kann mit dem WooCommerce Shop-Plugin zu einem Shopsystem erweitert werden. Aber macht das Sinn?

Sagen wir so: WooCommerce ist eine Erweiterung zu einem Blogsystem und damit keine vollständige Shop-Lösung. ABER wenn wir uns ansehen, dass das Unternehmen WooCommerce von Auttomatic (dem Unternehmen hinter WordPress) im Jahr 2015 für rund 30 Millionen USD gekauft wurde, so lässt sich erahnen, dass es das WordPress Team mit der Shoppinglösung sehr ernst meint.

Für Shops mit großen Bestellvolumen, oder extrem vielen Datenbeständen ist WooCommerce ggf. wirklich nicht ideal. Schnell wächst die Datenbank überproportional an und dann könnte es – verglichen mit vollwertigen Shopsystemen – durchaus zu Performanceengpässen kommen. Wer aber unter 100 Bestellungen pro Tag und unter 5000 Artikeln im Shop betreiben möchte, der ist mit WooCommerce möglicherweise gar nicht so schlecht bedient. Diese Angaben sind nicht validiert, sondern lediglich ein Bauchgefühl!

Was zeichnet Woocommerce als WordPress Shoplösung aus?

Es ist die Shoplösung für WordPress und geniesst damit die Vorteile von WordPress: Eine sehr aktiven Entwicklercommunity, die für quasi jeden Sonderwunsch oft auch schon eine Lösung parat hat. Somit lassen sich viele Anforderungen die an den Shop gestellt werden, recht einfach über weitere Plugins realisieren. Das geht schnell und reduziert damit auch die Kosten für Individualprogrammierungen.

Gibt es auch ein ABER? Natürlich! Nicht alle Plugins sind kostenfrei – dennoch in Summe wahrscheinlich günstiger, als einen Entwickler mit der Lösung der Anforderug zu beauftragen. Das kann schnell wesentlich teurer werden und setzt zudem vorraus, dass der Entwickler auch immer wieder Anpassungen am selbstgestrickten Plugin vornehmen müsste, wenn sich der Quellcode für WordPress bzw. WOOcommerce an entscheidenden Stellen verändern sollte. Zu beachten ist trotz aller Pluginvielfalt: Es sollten nur so viele Plugins wie nötig installiert werden. Zu viele Plugins reduzieren unter Umständen die Performance, Stabilität und am Ende auch die Sicherheit der WooCommerce Shopumgebung.

Ein ganz entscheidender Vorteil von WooCommerce in Verbindung mit WordPress ist am Ende aber, dass es sich um ein homogenes System handelt. Die Unternehmenspräsentation, sowie der Shoppingbereich kommen also aus einem Guß. Ein gefüllter Warenkorb steht also auch dann zur Verfügung, wenn der Kunde mal eben etwas im Impressum nachlesen möchte, oder einen Ansprechpartner im „Über uns“ Bereich nachschauen möchte. Das ist mit den klassischen Shopsystemen wie Magento, oder Shopware nicht ohne weiteres möglich, den deren CMS Funktionalitäten lassen – zumindest derzeit – doch noch etwas zu wünschen übrig. Mit WooCommerce müssen also keine Bridges programmmiert werden um zwei System miteinander zu verbinden – es ist EIN System.

Fassen wir daher noch einmal die Vor– und Nachteile zusammen:

Die Woocommerce Shop Vorteile:

  • ideal für kleinere Shops mit eingeschränktem Budget
  • nahezu in jede erdenkliche Richtung mit vorhandenen Plugins erweiterbar
  • vergleichsweise schnelle Umsetzung
  • i.d.R keinen Medienbruch zwischen „Shop“ und „Internetseite“
  • Sehr aktive Community

Die Nachteile des Woocommerce Shops:

  • nicht als große Shoplösung geeignet, da kein reines Shopsystem
  • Mehrsprachigkeit und unterschiedliche Währungen sind möglich, aber sehr umständlich (nicht besonders empfohlen)
  • Look & Feel ist vergleichsweise noch etwas unausgereift
  • Darstellung für Rechtssicherheit in Deutschland nicht unbedingt gewährleistet (Plugin erforderlich)

 

Rechtssicherer Woocommerce Shop und Warenwirtschaft

Woocommerce entspricht nach heutigem Stand nicht zu 100% der deutschen Rechtssprechung! Offenbar ist kein weiteres Land auf dieser Welt so gestört wie die deutsche Rechtssprechung. Denn egal welches Shopsystem es am Ende sein wird, es gibt im Shopbetrieb einiges zu beachten. Für die WordPress/Woocommerce Shop-Lösung gibt es aber bereits Plugins, die das soweit alles sehr zuverlässig erledigen.

Was die Warenwirtschaft angeht: Hier war die Auswahl bislang sehr begrenzt, ich habe aber hier ein paar Woocommerce ERP / WAWI Möglichkeiten zusammengefasst.