WordPress Hosting-Vergleich

hier unter WP-Hostvergleich wurden in den lezten Jahren diverse Hosting-Tarife und Webhoster im Bezug auf WordPress miteinander verglichen. Bei einigen dieser Webhoster habe ich selbst nie gehostet und konnte den Vergleich somit nur theoretisch durchführen. 

Inzwischen bin ich aber der Meinung, dass ich an dieser Stelle nur WordPress Hoster empfehlen sollte, bei denen ich in der Vergangenheit auch Erfahrungen sammeln durfte – und mit WordPress Hosting habe ich einige Erfahrungen machen dürfen. Übrig bleiben am Ende 4 Empfehlungen die sich an unterschiedliche Bedürfnisse anpassen und Achtung Spoileralarm: gar nicht so recht miteinander vergleichen lassen.

Meine 4 Empfehlungen für das WordPress Hosting

 

 

 

 

Stabil und günstig

Allinkl 

Allinkl gehört zu den stabilsten und zuverlässigsten Hostern in Deutschland, die ich kenne. Die Hosting-Verwaltungsoberfläche ist sehr durchdacht (wenngleich nicht sonderlich modern), die Preise sind absolut fair.

Wie erwähnt arbeitet Allinkl sehr zuverlässig, kitzelt aber nicht immer das letzte aus den Servern heraus. Stabilität steht im Vordergrund und bewährt sich bei mir seit Jahren.

Preis ab 7,95
für allinkl PrivatPlus

Schnell und günstig

WebGo

Webgo konzentriert sich im Kern auf hervorragende Performance zu absolut bezahlbaren Konditionen.

In dem Preisgefüge sind Leistungen wie SSD Speicher und NGINX für Top -Ladezeiten auf dem Markt m.E. selten bis gar nicht zu finden – in unabhängigen Tests belegt Webgo als klassischer und nicht auf ein CMS festgelegter Webhoster stets hervorragende Ladezeiten und ist damit ein gut geeigneter WordPress Hoster.

Preis ab 6,95
für SSD CMS Hosting Pro

Sichere Performance

Raidboxes

Raidboxes ist ein waschechter WordPress Hoster, weil sie nichts anderes tun als WordPress Hosting.

Echte Spezialisten also, die mit optimierter WordPress Umgebung und eigens für das WordPress-Hosting entwickelter Verwaltungsoberfläche souveränes und perfomantes Hosting anbieten. Jede WordPress Installation läuft auf einem eigenen V-Server. Das wirkt sich (logisch) auf den Preis aus.

Preis ab 17,85
für Raidboxes Starter

Performance für Individualisten

Cloudways

Cloudways ist eigentlich gar kein Hoster, sondern ein Dienstleister für managed Hosting auf Cloudbasis.

Die Idee: Intalliere und verwalte dein WordPress bei einem Cloudanbieter deiner Wahl.

Dabei kannst du zwischen Digitalocean, Vultr, Linode, Amazon und Google Cloud wählen. Cloudways setzt automatisiert die VServerumgebung auf und installiert WordPress nach deinen Vorstellungen.

Preis ab ca. 8,25 (Abrechnung in Dollar)
für DigitalOcean

Hinweis zur Paketauswahl: Die meisten hier genannten Anbieter haben auch günstigere Hostingangebote, die aber entweder wesentliche Merkmale für vernünftiges WordPress Hosting vermissen lassen würden, oder bei denen die Kernkompetenz nicht erfüllt wäre. Beispiel: Allinkl Privat hat kein inkludiertes SSL, Raidboxes Mini wird via Shared Hosting angeboten. Ich habe daher versucht, den günstigsten Tarif zu wählen, der für WordPress Hosting passend ist und die Kernkompetenz des Anbieters zum tragen bringt. Ein einfacher Preisvergleich rein auf den mtl. Euro-Betrag ist meines Erachtens ohnehin nicht sinnvoll.

Preise vergleichen lohnt, bringt aber nichts

Die vier hier vorgestellten WordPress Hosting-Anbieter lassen sich nicht wirklich miteinander vergleichen. Theoretisch könnten wir Allinkl und Webgo gegenüberstellen, aber dann müssten wir auch sehr tief ins Detail gehen. Allinkl ist m.E. in der Gesamtinfrastruktur solider als Webgo aufgestellt. Ich kann mich täuschen, aber ich wurde schon oft positiv von Allink überrascht, wenn es um „Sonderfälle“ ging. Egal ob Virus auf dem FTP, oder Anbindung von Netzlaufwerken – da sind einfach immer wieder Lösungen vorhanden die funktionieren. Webgo hingegen arbeitete bis zuletzt mit Froxlor (einer externen Open Source Lösung), nun mit einer eigenen Lösung dich ich zugegeben noch nicht im Detail kenne. Ist für den Moment aber auch erstmal egal, mein Eindruck: Allinkl investiert seit Jahren sehr viel in die Logik (dummerweise nicht in die Optik) der eigenen Verwaltungsoberfläche, Webgo steht da ggf. im Umbruch, hat da aber m.E. sicherlich im direkten Vergleich noch aufzuholen. Im Bereich der technisch möglichen Seitenladezeiten ist Webgo allerdings deutlich stärker als Allinkl und das  wiederum kann ein deutliches Merkmal für eine Webgo-Entscheidung sein. Da muss im Zweifel auch mal das Bauchgefühl zwischen Allinkl und Webgo entscheiden.

Jetzt aber Webgo und Allinkl mit Raidboxes oder Cloudways vergleichen zu wollen, ist indes nicht wirklich möglich.

Denn die ersten beiden sind Massenhoster und haben (in der erwähnten Tarifkategorie) pro Server mehrere Kunden, die sich diesen Server teilen. Du beziehst also eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus und bekommst Inklusivdomains.

Bei Raidboxes erhälst du sozusagen einen freistehenden Bungalow in einer Wohnanlage. Bei Cloudway bist du letztlich der Bauherr und du entscheidest wie die Ressourcen aufgeteilt werden. Beide Anbieter punkten nicht mit Inklusivdomains, weil das gar nicht deren Thema ist. Im Gegensatz zu Raidboxes hast du bei Cloudways mehr Verantwortung und benötigst an der ein oder anderen Stelle tiefergehendes technisches Verständnis (ohne dabei aber ein Linux Admin sein zu müssen). Zudem: Die Cloudways Oberfläche und der Support sind gegenwärtig nur auf englisch verfügbar, die Abrechnung erfolgt in Dollar!

Du siehst also: Ein direkter Vergleich rein auf den Preis bezogen macht keinen Sinn und ist auf den zweiten Blick auch gar nicht so einfach.

Es ist wichtig, folgendes festzustellen

Der Versuch, die Entscheidung leichter zu machen: 

Dir steht nur ein kleines monatliches Budget zur Verfügung?
So sind Allinkl und Webgo wohl die Antwort auf die Frage nach dem richtigen WordPress Hosting.

Wie wichtig ist dir Stabilität und Zuverlässigkeit?
Falls das dein Fokus ist, so sind Allinkl und Raidboxes wohl die möglichen Antworten.

Geht es dir rein um maximal Performance?
Dann sind Webgo, Raidboxes und ggf. Cloudways für dich interessant.

Möchtest du dich tunlichst gar nicht um Serverkrempel und WordPress Installationen kümmern?
Dann ist Raidboxes wohl der richtige Partner.

Du liebst moderne, aufgeräumte und selbsterklärende Verwaltungsoberflächen? 
Dann musst du zu Raidboxes. Die Oberflächen der anderen 3 Anbieter sind nicht immer logisch und könnten allesamt ein UI/UX Update vertragen!

Du möchtest sehr flexibel sein und selbst individuell skalieren können und liebst es relevante Settings selbst vornehmen zu können?
Wenn englisch und die Abrechnung in Dollar kein Problem für dich sind, auf zu Cloudways.

Du bist Hardcore-Linux Admin?
Dann sind wahrscheinlich alle 4 Angebote nichts für dich 🙂 Denn dann kannst du ja ohnehin z.B. bei Linode, Amazon, Digitalocean, Vultr oder Google Cloud bzw. auch Hetzner einen VServer aufsetzen.

 

Raidboxes und Cloudways sind viel zu teuer!

Das scheint auf den ersten Blick richtig und ist am Ende falsch. Ein Golf kostet in der Miete etwa 50 Euro pro Tag, ein Actros 18 Tonner ab 230 Euro.

Wenn du also ins Grüne fahren möchtest, dann wäre der Actros wohl zu teuer. Das ist richtig. Und schliesslich wissen wir alle, dass der Wohnungsumzug mehr oder weniger auch mit einem Golf möglich ist. Du musst halt nur alles komplett zerlegen und mehrere Fahrten ansetzen – dann kommst du – mit etwas zeitlichem Versatz – auch mit nem Golf an das gewünschte Ziel. Mit dem Actros hättest du dir in dem Fall aber wohl einige Fahrten gespart und am Ende auch nicht vergeblich fehlende Schrauben suchen müssen.

Und wenn wir von Raidboxes speziell sprechen, dann wäre der Umzug quasi gar nicht so dein Thema gewesen, denn du hättest ja jederzeit Profis an deiner Seite…

Genug der Methapern: Wenn du gewerblich Seiten betreibst, die dir Umsätze einbringen sollen, so sind 0,50 Euro am Tag (netto) mal gar nichts – dafür bekommst du aber WordPress-Support, einen eigenen VServer für Top-Performance mit eigener IP (also keine bösen Nachbarn) und einem Konzept, dass dich bei deiner Arbeit mit WordPress super unterstützt.

 

UND: Das eine schliesst das andere nicht zwingend aus!

Ich zum Beispiel nutze einen eigenen Server bei Allinkl. Über den Reseller-Tarif kann ich zudem auch sehr günstig Domains beziehen und benötige keinen externen Registrar mehr. Allinkl ist damit meine Heimat für Domains, Mailing und Hosting und das seit Jahren stabil und zuverlässig.

Insofern sich Projekte ergeben, die hervorragende WordPress-Performance benötigen (Woocommerce z.B.) so erstelle ich dafür Projekte bei Cloudways, stelle die DNS für die entsprechenden Domains bei Allinkl um, ohne dabei die Grundlage für das restliche Handling zu verändern. Kein Umzug von Mails etc. Die Kombination aus solider Infrastruktur mit dem optionalen Zusatz „Performance“ via Cloud-Hosting.

 

Und was ist mit Hetzner, Domain Factory, Host Europe, Strato, IONOS, Mittwald, GoDaddy und Co?

Ganz ehrlich – ich kann das nicht objektiv beurteilen, weil ich dort kein Kunde bin.

Bei einigen Anbietern habe ich in meiner 15 jährigen WordPress Vergangenheit durchaus auch negative Erfahrungen gemacht, andere kenne ich tatsächlich nicht näher und möchte daher auch nicht gegen Provision den Eindruck erwecken, dass diese Top geeignet wären. Ausgenommen von dieser Beurteilung ist stellenweise: Hetzner

Als Zulieferer für andere Dienstleister (also Wiederverkäufer der Hetzner-Infrastruktur mit eigenem Interface) kann ich über ganz hervorragende Performance aus dem Hause Hetzner berichten. Ich hatte allerdings in der Vergangenheit ein paar mal das „Vergnügen“ mit der Hauseigenen Verwaltungsoberfläche von Hetzner und kann diese nicht wirklich empfehlen. Mag sein, dass dort inzwischen nachgebessert wurde, dann gäbe es ggf. 5 Empfehlungen. Vorläufig bleibt es bei den vier genannten 🙂

 

Was kein WordPress Hoster in Deutschland bislang so richtig kann – speziell für WordPress-Agenturen

 

Performance und Stabilität haben wir denke ich genügend erläutert. Was mir bei den deutschen Anbieter für WordPress Hosting bislang aber wirklich fehlt ist das Drumherum. Zum einen ist es die Optik. Denn das Auge isst mit! Bei meinen vier Empfehlungen, bekommt nur Raidboxes die Kurve und bringt ein einigermaßen vernünftiges User-Interface zustande. Allinkl, Webgo erstrahlen im fröhlichen Admin-grau der 1990 Jahre und Cloudways entgleist im Backend ebenfalls. Die Usabiliy bei > 10 „Applications“ scheint dort auch noch nicht näher getestet worden zu sein. Also sind in dem Punkt am Ende alle erwähnten nur mehr oder weniger die Gewinner der Verlierer…

Es ist aber nicht nur das Layout des WordPress-Hostings. Ein nicht zu vernachlässigender Anteil aller WordPress Hosting Kunden sind m.E. Agenturen und Freelancer, die im Auftrag Ihres Kunden agieren. In den USA wird da längst ein WordPress Agentur-Konzept durch Flywheel (inzwischen von WP Engine gekauft) vorgelegt:

a) Es gibt WP local mit dem die WordPress Entwicklung sehr einfach lokal vorgenommen und per Knopfdruck beim Hoster live geschaltet werden kann. Gleiches gilt für das sensíble Thema WordPress-Staging, also Änderungen der bestehenden WordPress Site. Aktuellen Stand lokal runterziehen, Änderungen durchführen – wenn alles passt, mit einem Knopfdruck wieder online stellen. Kein FTP und Backup Gedöns. Einfach machen, glücklich sein. 

b) Abrechnung! Ausnahmslos jede WordPress-Agentur lebt von der Berechnung der Dienste und Dienstleistung (bitte melden, sofern DAS eine neue Erkenntnis sein sollte xD).

Angefangen vom Hosting, über die Domainregistrierung und Abrechnung, bis hin zu WordPress-Dienstleistungen. Klar: die Abrechnung ist ausgerechnet in Deutschland vor lauter Gesetzgebung ein nicht ganz einfaches Thema. Aber stellen wir uns nur mal für einen Moment vor, dass es eine vernünftige Lösung für WordPress Agenturen in dem Bereich geben würde. Hossa! Kosten für Marketing / Werbung im Bereich „WordPress Hosting“ können für einen solchen Anbieter quasi über Nacht ersatzlos entfallen, dieser wp-hostvergleich komplett unbrauchbar werden. Es wären Kooperationen mit Domain-Registraren möglich usw. – ein m.E. nicht zu unterschätzender Markt.

Und doch schaffen wir es in Deutschland, zwar unzählige Anbieter für „Rechnung online“ zu etablieren, zuletzt können alle aber mehr oder weniger nur das gleiche. Einige zertifizieren sich in deutscher Tradition mit dem TÜV-Siegel, andere setzen auf das ZUGFeRD (was für ein Shice-Name) – am Ende setzen alle aber gerne auf das fAlsche FeRD. Es geht m.E. nicht um TÜV oder FeRD in erster Linie, es geht um „das ist geil“.